November 2017

Bild: pixabay, Felix Heidrich

Grauzone

 

Im November gibt es viel Grau! Graue Wolken, graue Mäntel, graue Schirme, graue Gesichter!

Alles scheint um einen herum überwiegend grau zu sein. Sogar die Gedanken sind grau. Wenig inspirierendes, wenig fröhliches, wenig erhellendes! Unsere grauen Zellen haben nur wenig, was Abwechslung verspricht. Und zum Ende des Jahres gibt es auch noch so viel zu tun! Wie kann man da kreative Momente haben, wie sich beschwingt jeden Tag an die anstehenden Aufgaben machen? In einer Predigt habe ich mal davon gehört, was unser Herz runterziehen kann, - Novembergrau gehört sicher auch dazu! Aber wie dem entkommen? Drei kleine Vorschläge will ich hier machen:

 

      1.     Binde einen bunten Faden um Dein Handgelenk

      2.     Kaufe eine Tüte Gummibärchen

      3.     Bebunte Deine Umgebung

 

      1.     Binde doch mal tagsüber einen bunten Faden um Dein Handgelenk, und so oft als möglich  wenn Du ihn berührst oder darauf schaust, schließe die Augen und stell dir eine warme, wohltuende oder eine kühle erfrischende Farbe vor. Selbst wenn wir die Farben uns nur vorstellen gibt dies doch einen Impuls an unser Gehirn ab. Das kurze Unterbrechen von Tätigkeiten kann eine Hilfe sein, um effektiver weiter zu arbeiten.

 

      2.     Kaufe doch mal eine Tüte Gummibärchen und sortiere sie nach Farben. Stelle Deine Tagesration in einem kleinen, leeren Kosmetikdöschen bereit auf Deinen Schreibtisch. Jedesmal wenn Du Dich für einen kleinen „Next Step“ oder ein abgehaktes „To do“ aus deiner Liste belohnen willst, nimm ein Gummibärchen Deiner Tagesfarbe und genieße es! Wahrscheinlich wird Dich diese Aktion jedesmal ein wenig zum Schmunzeln bringen – das wäre doch schon mal was. Und: sicher wird das Spiel bald langweilig und du kreierst eigen kleine motivationsspiele mit Deinen Gummibärchen!

 

      3.     Bebunte Deine Umgebung ganz gezielt! Kaufe Dir ab und an einen völlig bunten Blumenstrauß oder lasse Dir einen schenken!? Vielleicht bestellst Du neue Gardinen oder nimmst ganz gezielt nur bunte Tischdecken? Gehe mit offenen Augen durch die Läden und sammle buntes, das du zu Hause aufstellst?! Ziehe nur bunte Kleider an, nimm einen bunten Schal oder den bunten Regenschirm?! Bunte Rezepte! Gib in Internetsuchportalen „bunt“ ein und lass dich inspirieren! „Pin-Face-Insta“ helfen da immer wunderbar!

 

Grau ist schick – na gut – aber nicht, wenn es in unseren Köpfen und Herzen ist. Such Dir doch einen Tipp aus, den Du eine Woche mal ausprobieren magst und spüre nach, ob es Dein Herz und Deine Gedanken ein wenig nach oben gezogen hat. Und wenn es Dir tatsächlich ein wenig bunter ums Herz ist, versuch’ doch auch andere damit anzustecken. Auf ganz kreative, persönliche Weise. Am besten nur mit Kleinigkeiten. Das macht dann zwei Herzen froh und warm.

Ich wünsche Dir einen kunterbunten November!


Oktober 2017

Bild: Pixabay, Rebekka D.

Stürmische Zeiten

Draußen fliegen die Blätter wild umher, die Bäume biegen sich weit nach links und rechts. Es sind wieder mal diese stürmische Zeiten. Es ist Herbst. Immer klappert irgend etwas, der Wind haut die eine oder andere Türe zu. Nichts scheint in Ruhe zu sein, alles in Bewegung! So ähnlich sieht es auch manchmal in meinem Kopf aus – stürmische Zeiten eben. Den Herbst kann man mit einer dicken Jacke umarmen, - aber die Stürme im Kopf? Ein Gedanke jagt den anderen, und kaum setzt man sich mal in Ruhe hin, dann geht der Gedankensturm los! Machtlos? Aber nein! Hier kommen für’s erste drei Tipps, wie man den Sturm im Kopf zähmen kann:

      1. Achtsamkeit üben

      2. Ortswechsel

      3.  Genießen

 

1.  Achtsamkeit üben, das heißt: ich nehme wahr was ist ohne zu bewerten. Ich nehme wahr den Wind draußen, ich lausche den feinsten Tönen nach. Ich nehme wahr, ob es kalt oder warm ist, wie meine Hände aussehen. Ich nehme wahr wie ich sitze, meine Füße den Boden berühren und mein Körper vom Stuhl getragen ist. Wahrnehmen die Farben in meinem Zimmer – rot-blau-grün. Bin ich müde oder durstig? Achtsamkeit lässt einen lernen fokussiert zu sein. Die Gedanken und die Aufmerksamkeit zu steuern. Herr über die eigenen Synapsen zu sein. Gutes Gefühl! Das klappt nicht beim ersten Mal, - wie beim Fahrrad fahren braucht es ein wenig Übung, und dann fällt es immer leichter und wird zum wohltuenden Erlebnis.

 

2.  Der Ortswechsel, - einfach mal aufstehen und den Gedanken davon laufen. Und wenn es nur ein paar Schritte sind. Einmal die Treppe rauf und runter, oder vom Schreibtisch zum Fenster und zurück. Bewegung ist gut für’s Gehirn, auch wenn’s nur wenige Schritte sind. Neurophysiologisch hängen Denken und Bewegung eng zusammen. Bewegung fördert das kreative Denken und hilft Gedächtnisinhalte besser zu verarbeiten. Das ist wie aufräumen. Das, was in unserem Kopf so unkoordiniert umhergeistert, bekommt dann wieder seinen Platz und der Kopf ist frei, für die nächsten Aufgaben, die anstehen.

 

3.  Genießen! Das gilt es oft erst mal wieder bewusst zu üben. Konsumieren ja, genießen Fragezeichen! Die Teezeremonie Japans dient ganz bewusst der „inneren Einkehr“  - sich ganz auf den Geruch und Geschmack des Tees zu konzentrieren.  Ich verrate hier kein Geheimnis, dass das auch mit einer schönen Tasse Kaffee funktioniert. Wann haben Sie das letzte Mal sich einen Kaffee in Ruhe zubereitet, und den ersten, zweiten Schluck ganz bewusst genossen? Wann haben Sie das letzte Mal sich Ihr Lieblingslied angehört und es einfach in voller Länge genossen? Wann eine Badewanne eingelassen und die Entspannung genossen?

 

Stürmische Zeiten gibt es immer wieder, das ist normal und das gehört dazu!

Gut zu wissen, dass man diesen Zeiten nicht machtlos gegenüber steht. Mit ein wenig Übung schafft man es,  dass man wieder Herr seiner Gehirnwindungen wird. Achtsames Wahrnehmen von all dem, was uns umgibt und was wir spüren verhilft uns wieder den Fokus zu setzen auf unsere Aufgaben. Bewegung ordnet unser Gehirn und das Genusserlebnis schüttet nicht nur Glückshormone aus, sondern gibt uns das gute Gefühl, zu unserm Glück der eigene Schmid zu sein.


September 2017

Bildquelle: pixabay/ Felix Mittermeier

Mach mal Pause

 

Halb zehn in Deutschland und Ruhe und Kraft tanken, lila Pausen oder einfach mal Pause machen – unsere Werbungsindustrie hat’s verstanden! Sie wissen genau wie sie uns zum Kauf motivieren – mit dem was wir uns oft so sehr wünschen! Pausen! Darüber, wie man Pausen richtig macht, kann man ja durchaus unterschiedlicher Meinung sein, aber dass wir uns alle danach sehnen, hin und wieder mal einfach kurz inne zu halten, zur Ruhe zu kommen und den zu Moment genießen, das ist uns allen klar! Das tut gut, das wissen wir!

Aber wie? Wie, wenn um uns herum der Film nicht stehen bleibt, sondern das Chaos sich weiter dreht? Wenn so vieles drängend auf dem Schreibtisch liegt oder ständig jemand etwas von einem möchte? Ich habe hier mal 3 von unbegrenzt vielen Möglichkeiten aufgezählt, mit denen Sie ab und an einmal die Uhr anhalten können.

       1.     Genussmomente schaffen

       2.     Tief durchatmen

       3.     Glücksgefühle auftanken

 

1. Genussmomente 

Immer mal wieder zwischendurch trinken oder essen wir etwas. Tun Sie dieses einmal ganz bewusst – nur für einen kurzen Moment. Nichts anderes denken oder tun. Einfach nur schmecken. Den Kaffee, den Tee oder das kleine Stückchen Schokolade. Achtsam sein kann man das auch nennen. Achtsam sein und mit einem kleinen Stückchen Glück auftanken. Nichts anderes ist genießen. Ganz bewusst die Tasse an den Mund nehmen, die Wärme, der Duft!! Sich daran freuen und ganz im Hier und Jetzt sein. Das tut uns gut und entlastet unser gestresstes Gehirn, das so oft am Tag vieles gleichzeitig zu bearbeiten hat. Und hinterher? - klappt alles gleich viel besser, weil Denken wieder leichter funktioniert.

 

2. Tief durchatmen

„Jetzt erst mal tief durchatmen“ – das haben wir doch schon öfters mal zu uns selbst gesagt. Nachdem etwas sehr stressig oder aufregend war, erst mal tief Luft holen! Warum? Weil es zum einen unserem Körper die Rückmeldung gibt, dass die Gefahr vorüber ist und keine weiteren Stresshormone notwendig sind, um unsere Leistungsfähigkeit zu erhöhen. Und zum anderen gibt es wieder richtig viel Sauerstoff in die Lungen und versorgt unser Gehirn wieder mit reichlich „Stoff“ zum Denken. Wenn wir so unser Denken unterstützen, finden wir schneller bessere Lösungen und kommen gelassener durch den Alltag. Und das wünscht sich doch jeder von uns!

 

3. Glückgefühle auftanken

Es ist ganz einfach, sich seine Glückshormone selbst zu basteln. Es bedarf nur weniger Zutaten: ein Smartphone oder ein Laptop, wahlweise tut es natürlich auch ein Bilderalbum.

Legen sie sich doch mal ein extra Album an, mit jeweils wirklich nur max. 4 Bildern. Diese können sie ja hin und wieder austauschen. Oder installieren Sie als Bildschirmschoner eines Ihrer Lieblingsurlaubsbilder. Und nun einfach: Augen auf und den Gefühlen ihren Lauf lassen. Denken Sie für eine Minute nur noch an jene Situation, und wie schön es war, wie Sie sich wohl gefühlt haben und wie glücklich Sie waren. Spüren Sie den Flash? Wir können uns zum Glück an Gefühle erinnern – viel zu oft erinnern wir uns freiwillig an negative Gefühle. Ich lade Sie ein es einmal anders zu machen: erinnern Sie sich absichtlich an das, was Sie glücklich gemacht hat, an Situationen der Entspannung und der Ruhe. Und schon haben Sie Ihre kleine Oase geschaffen – inmitten des Alltags und der Arbeit!

 

Sie sehen – froh zu sein bedarf es wenig, und wer froh ist, der ist König. Entdecken Sie doch den König/die Königin in sich! Das klappt übrigens nicht nur um halb zehn in Deutschland, das klappt international rund um die Uhr! Lila, rosa, grün oder blau – Hauptsache Sie denken regelmäßig daran: Mach mal Pause!

  


August 2017

Bildquelle pixabay/ Gerhard Bögner

Change  -   Veränderungen

„Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen.“

Chinesisches Sprichwort

 

Hat bei Ihnen auch schon mal „der Wind der Veränderung“ geweht? 

Habe Sie es selbst veranlasst oder kam es von außen?

Haben Sie sich darüber gefreut oder war es nur wieder lästig?

 

Zugegeben – ich bin auch kein großer Freund von Veränderungen, schon gleich gar nicht, wenn ich sie nicht selbst veranlasst habe. Veränderungen sind immer mit Energieverluste verbunden und lassen einen nicht selten unsicher und ratlos dastehen.

Auch wenn „Change“ inzwischen für positive Entwicklungen steht, reagieren wir oft verhalten, wenn es an unsere Tür klopft. Wir wissen, dass es Kraft kosten wird und manch Liebgewonnenes plötzlich nicht mehr uns begleiten wird. Aus meiner Sicht gibt es einfache Strategien, wie wir mit Veränderungen ganz gut leben können, wie wir dabei Kraft sparen können und wie wir sogar Spaß an Veränderungen finden können. Hier drei davon:

 

1.     Fokus: Veränderungen, die Vorteile bringen/ brachten

2.     Auf der Welle: Energieaufwand minimal halten

3.     Proaktiv leben: Veränderungen initiieren

 

1. Fokus:

Das berühmte Glas, das halb voll ist, kennen Sie! Aber haben Sie sich auch schon mal klar gemacht, dass es Veränderungen in Ihrem Leben gibt und gab, die ganz wunderbar waren oder sind?! Ist es nicht wunderbar, dass sich unsere Jahreszeiten immer wieder verändern. Oder, dass wir nicht mehr alles zu Fuß oder mit dem Fahrrad machen müssen, sondern Autofahrer geworden sind? Von der langen Nacht endlich zum neuen Tag? Vom Single zum Partner, Eltern werden! Von der Ausbildung zum ersten Job, vom Studium zur ersten Stelle! Das alles sind nur eine kleine Auswahl von vielen vielen Veränderungen die wir gerne erleben. Lenken Sie doch einmal eine Woche lang Ihren Fokus auf Veränderungen, die Sie lieben, und genießen sie es!

 

2. Auf der Welle:

Eine Veränderung kommt manchmal schon lange sichtbar auf uns zugerollt. Sie baut sich immer höher vor uns auf und scheint zunehmend schwierig zu werden. Steigen Sie doch in Zukunft rechtzeitig ein, lassen sie sich von Anfang an darauf ein und versuchen sie so früh als möglich aktiv mitzugehen! Oft kostet es am meisten Kraft, wenn man sich gegen etwas sträubt oder auflehnt. Wie der Surfer, der den richtigen Zeitpunkt erwischt und mit der Welle sich tragen lässt, können auch Sie frühzeitig einsteigen und Kraft sparen. Das ist nicht ohne Kraft möglich, aber mit sehr viel weniger als sich von der Welle überrollen zu lassen.

 

 

3. Proaktiv leben:

Übung macht den Meister. Wie wahr. Versuchen Sie so oft wie möglich aus sich heraus Veränderungen  zu initiieren, das stärkt Ihr Selbstvertrauen, bei anderen Veränderungen auch zu bestehen. Kaufen Sie doch mal in einem anderen Supermarkt ein, verbringen Sie mal Ihre Mittagspause auf eine ungewohnte Art, ist es Zeit mal die Wohnung oder ein Zimmer umzustellen? Eine neue Sportart auszuprobieren? Tun Sie es. So wohltuend Altbewährtes sein kann, so erfrischend können auch Veränderungen und Neues sein. Kleine bewältigbare Veränderungen trainieren bringt Abwechslung und Inspiration ins Leben.

 

Change now – ich wünsche Ihnen, dass diese kleine Anleitung Sie ermutigt, nächste Woche kleine Veränderungen einzuplanen. Viel Spaß dabei!


Juli 2017

Bildquelle: pixabay/Catkin

Mehr Auszeit wagen!

Was gibt es schöneres als die Vorfreude auf einen wohlverdienten Urlaub? Sich hin und wieder vorzustellen, ganz ruhig und gelassen im Sessel zu sitzen und einfach nur so blaue Löcher in den Himmel zu starren. Oder wie man nach einer anstrengenden Wanderung an einer Stelle angekommen ist, die die perfekte Aussicht bietet und den idealen Ort für ein leckeres Picknick? Ach, - ich könnte noch viel aufzählen. Aber die harte Realität ist: ich sitze am Schreibtisch an meinem Laptop und möchte noch vor dem Urlaub so Einiges wegschaffen. Kennen Sie das? Gerade vor dem Urlaub möchte man nochmals besonders viel zu Stande bringen, fast so, als wolle man sich den Urlaub verdienen. Aber das ist so, als würde ich auf der Autobahnausfahrt nochmal Vollgas geben. Das haut einen erst recht aus der Kurve.

Ich überlege mir, ob es nicht eine schlauere Alternative dazu gibt, die beides schafft: Dinge noch so zu erledigen, dass sie auch mal 2 Wochen ohne mich auskommen und auf der anderen Seite einen weichen Übergang schaffen zwischen Vollgas und Rastplatz? Drei Wege möchte ich Ihnen dazu vorstellen:

1. Überblick verschaffen

2. Disziplin und "Done-Liste"

3. Auszeit wagen

 

1.     Überblick verschaffen

Ich verschaffe mir zuerst mal einen Überblick, was denn terminlich gesehen unbedingt noch ansteht. Rechnungen schreiben und bezahlen, Steuer an Steuerberater abliefern, bei einer Veranstaltung anmelden, einen Artikel abschicken und natürlich auch schon den einen oder anderen Termin für nach dem Urlaub ausmachen. Genau genommen sind es gar nicht so sehr viele Sachen, die realistisch gesehen zwingend sein müssen. Alles andere wird „vertagt“. Das bringt schon mal einen klareren Kopf.

 

2.     Disziplin und „Done-Liste“

Der nahende Urlaub motiviert mich jedes Jahr, wirklich nochmal diszipliniert an meinen Aufgaben zu arbeiten. Das gibt ein gutes Gefühl und schwemmt so schon vorab Glückshormone in meinen Kreislauf. Noch besser als eine To-Do-Liste wirkt bei mir eine „Done-Liste“. Ich notiere fleißig, was ich alles schon erledigt habe. Je länger die Liste wird desto mehr stolz bin ich auf mich. So fällt es dann auch leichter zu Punkt 3 zu kommen.

 

3.     Auszeit wagen

Es sind doch ja oft die kleinen Momente, die das Leben so wertvoll machen. Wir alle brauchen mehr Momente, die als kleine Auszeiten unserem Alltag neue Kraft verleihen. Aber kann man sich das gönnen? Kommt man denn nicht aus dem Takt? In keinster Weise! Sich einfach mal zurücklehnen und 3 Minuten der Lieblingsmusik lauschen, ein extra Päuschen im Badezimmer, eine Tasse Kaffee bewusst genießen usw.! Jeder hat so seine kleinen magischen Momente! Wir müssen es nur wagen sie auch mal zwischendurch zu genießen!

 

Auszeit wagen, - eigentlich der Slogan einer Automarke. Egal. Mich hat es inspiriert diesen Blog zu schreiben. Und: obwohl ich heute bewusst eine extra Runde im Bad verbracht habe, bin ich schon vor meiner selbstgesteckten „Deadline“ fertig. Gut gemacht!  - oder besser: gut gewagt!

 


Juni 2017

Resilienz - das Immunsystem unserer Seele

 

Die Wissenschaft hat festgestellt..... und es ist uns allen klar: unser Körper ist ständig den unterschiedlichsten Viren und Bakterien ausgesetzt. Eine Herausforderung für unser Immunsystem. Darauf kann man in zweierlei Richtungen reagieren: man kann unaufhörlich mit Desinfektionsmittel unterwegs sein oder man kann sein Immunsystem stärken, indem man sich gesund ernährt, Vitamine zu sich nimmt, sich an der frischen Luft aufhält usw.

Mit unsere Psyche/Seele verhält es sich wenig anders. Life is live – den ganzen Tag, die ganze Woche, den ganzen Monat und das ganze Jahr, letztlich besteht das ganze Leben aus ständigen Anforderungen. Menschen sagen Worte, die uns verletzen und schwächen, Vertraute enttäuschen uns, Gewohntes ändert sich, Sicherheiten brechen weg, Grenzen tun sich auf, ....  Das alles schwächt uns und setzt uns manchmal sehr zu. Die Frage ist: was können wir dagegen setzen? Was stärkt uns innerlich so, dass unser Leben gelingt und wir uns innerlich stark fühlen, ja vielleicht sogar immer stärker?

Psychische Widerstandkraft ist trainierbar und lernbar. Das ist immer wieder auch Thema in meinen Coaching-Gesprächen. Dabei kann auf vielfältige und individuelle Weise trainiert werden. Jeder da, wo es für Ihn am dringendsten und ersichtlichsten ist.

Für heute habe ich einmal drei mögliche Ansatzpunkte ausgewählt, um daran zu zeigen, wie man sich stärken kann.

 

         1.     Selbstwert

         2.     Selbstfürsorge

         3.     Beziehungen

 

1. Der Selbstwert. Selbstwert ist der Wert, den ich mir selbst gebe. Also loben Sie sich so oft das nur möglich ist. Kurz und knapp aber ehrlich. Für alles! Auch für Dinge, die Sie für selbstverständlich halten, - Sie wollen ja trainieren und aufbauen! Und wenn niemand in der Nähe ist auch gerne laut! Das wirkt doppelt! Am Ende vom Tag, wenn Sie im Bett liegen, lassen Sie Revue passieren, was Ihnen heute alles gelungen ist, und seien Sie stolz darauf – auch auf Kleinigkeiten, wegen des Trainierens!

 

2. Die Selbstfürsorge. Fürsorglich zu sein fällt uns sehr oft leicht, - wenn es um andere geht! Nun aber sind Sie dran! Welche Bedürfnisse nehmen Sie wahr? Dazu muss man kurz innehalten und in Dialog mit sich treten. Was braucht mein Körper, damit er sich gut fühlt und weiter einsatzfähig ist? Einen Apfel, etwas zu trinken? Ein kurzes Nickerchen? Eine Dehnübung? Einen kurzen Spaziergang? Was braucht unser Kopf? Frische Luft – Fenster auf? Eine kurze Abwechslung? Einen schönen Gedanken an einen lieben Menschen oder die Vorfreude auf etwas Schönes? Was unser Herz? Schokolade (kleines Stück J)? Einen kleinen Gruß an einen lieben Menschen schreiben? Eine kleine Belohnung – eine Einheit Lieblingsmusik? Was auch immer Ihnen gut tut – machen Sie es!

 

3. Beziehungen. Beziehungen geben den Menschen Halt und Sinn. Wir sind als soziale Wesen gedacht. In „Cast away“ haucht Tom Hanks einem Volleyball Leben ein, in dem er ihn mit einem Gesicht verziert. Dieses Gegenüber ist ihm eine wichtige Stütze in der Zeit auf der Insel. Umgeben Sie sich mit Menschen, die Ihnen gut tun – so oft als möglich. Und meiden Sie so gut als möglich Menschen, die Sie unnötig Kraft kosten. Oder verabschieden Sie diese komplett. Machen Sie sich klar, - gern eine kleine Liste – wer in Ihrer Umgebung tut Ihnen gut und auf wen können Sie sich verlassen? Und dann pflegen Sie diese Kontakte. Schreiben Sie kurze Grüße via SMS/Mail oder mit einer schönen Postkarte! Eine Tasse Kaffee – ein Feierabendbier, eine Einladung. Überlegen Sie sich, wie Sie diesen Menschen gut tun können. Das ist eine Investition, die sich doppelt auszahlt. Geben macht nun mal „selig“ und so schaffen Sie ein Netzwerk, das Sie unterstützen kann, wenn Sie einmal Hilfe nötig haben.

 

Das waren nur drei Möglichkeiten von vielen, wie Sie zu innerer Stärke kommen können. Diese Tipps helfen sicher, allerdings nur, wenn sie regelmäßig angewendet werden. So ist das ja auch mit unserem Körper. Eine Zitrone pro Winter wird nicht ausreichen, um uns mit Vitaminen zu versorgen. Trainieren heißt auch, bestimmte Verhaltensweisen zur guten Gewohnheit werden zu lassen. Ein Ritual entsteht. So fällt es dann auch leichter. Ich wünsche Ihnen eine spannende Zeit mit Ihrem Training - und viel Freude an den Früchten der eigenen Resilienz!