Mai 2018

pixabay: pixel2013

Manchmal frag ich mich wozu das alles?

Vom Sinn und Unsinn des Alltags

 

Leben, das ist das Allerseltenste in der Welt – die meisten Menschen existieren nur? (Oscar Wilde) 

Auf dieses Zitat bin ich heute gestoßen. Es hat mich berührt. Leben. So kostbar – und so selten? Lebe ich? Existiere ich oder lebe ich? Ich habe mich dabei ertappt, wie ich viel zu schnell eine Antwort parat hatte. Ich bin für mein derzeitiges Leben unendlich dankbar: ich habe eine wundervolle Familie, einen wunderbaren Job, eine klare Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens, viele gute Freunde, gesicherte Verhältnisse usw. ! Hey, das ist doch was – das könnte man doch Leben nennen. Aber so einfach möchte ich es mir nicht machen, und nehme Dich heute in meine Überlegungen mit hinein. Anders als sonst nicht drei Punkte, sondern zweimal drei – doppelt hält besser.

 

 1.    Was will ich machen?

Um wirklich meinLeben zu leben, muss mir klar sein, was mir wichtig ist. Für was lohnt es sich morgens aus dem Bett zu gehen? Was begeistert mich? Was vermisse ich? Welche Meinung habe ich, welche Einstellung zu dem, was ich tue? Ein jeder trägt für das, was er macht Verantwortung – er braucht also eine Antwort. Ich merke, so einfach ist die Antwort nicht zu finden.  Und vor allem: es kann schon sein, dass ich eine Antwort habe, aber ich merke auch, wie im Laufe des Lebens immer wieder die Antworten überprüft werden müssen, wenn ich noch wirklich leben will.

 

2.    Warum will ich das machen, was ich mache?

Ich dachte früher, ich hätte es geschafft, wenn ich weiß, was ich will. Von wegen! Da fängt die spannende Fragerei erst an. Warum liegen mir denn gerade diese bestimmten Dinge am Herzen? Ist es meine Idee? Sind es meine Werte? Wie viel habe ich unreflektiert übernommen? Welche Wünsche, Hoffnungen und Bedürfnisse stehen denn dahinter? Was und wer hat mich geprägt? Was beeinflusst? Zum Gutem? 

 

 3.    Warum will ich manche Sachen lassen – und andere trotz allem machen?

Habe ich auf die ersten zwei Fragen eine Antwort, dann muss ich mich doch genauso fragen, warum ich manche Dinge im Leben nicht mache. Warum verkaufe ich nicht alles was ich habe und beginne ein Leben im einfachen Stil? Warum arbeite ich nicht  -wenigstens zum Teil in meinem ersten Beruf? Warum kann ich so locker am Sonntag auf Arbeit verzichten? Und warum esse ich immer noch Fleisch, obwohl mir bei der ganzen Thematik schon lange nicht so wohl ist? Warum fahre ich am Sonntag ein paar Kilometer, um irgendwo zu laufen, wo das Gras auch nicht grüner ist, als bei uns um die Ecke? Warum mache ich Dinge, die eigentlich nicht 100% zu meinen Werten passen?

 

Oh schreck – das stehen ja mehr Fragen als Antworten! Gut so. Zeigt das nicht auch, dass ich Lebe. Wenn ich ehrlich Fragen stelle und nicht allzu schnell eine Antwort parat habe. Ich habe eine Idee: ich schreibe die nächsten drei Wochen diese Fragen jeweils als Wochenmotto in meinen Terminer, und fange an, so nach und nach den Antworten  auf die Schliche zu kommen.

 

       1.    Was füllt meinen Alltag?

       2.    Was füllt ihn nicht?

       3.    Welchen kleinen Schritt kann ich machen, um mehr von dem zu machen, was ich wichtig und richtig finde?

 

Und diese drei Fragen? Für diese drei Fragen nehme ich mir die nächsten drei Wochen jeden Abend 10 Minuten Zeit, und werde Sie so klar wie möglich beantworten. Ich bin sehr sicher, dass so mehr Sinn und weniger Unsinn in meinem Leben sein wird. Und: Ich möchte das jedes viertel Jahr so machen. Ein ganzes Jahr lang. Und Du? 


April 2018

Pixabay, Pexels 

HELP! - I need somebody!

Ich helfe allen und jedem, - aber keiner hilft mir!

Help – ich kann nicht mehr! Jeder zerrt an mir rum, alle wollen was von mir. Immer soll ich doch mal nur ganz kurz...! Puh, - jetzt kann ich nicht mehr! Wer hilft eigentlich mir? Bin ich am Ende der Dumme? Helfen macht glücklich – eine Fehlbehauptung? 

Eins ist klar, mit Schuldzuweisungen kommt man hier nicht weiter. Die Zauberworte heißen „Selbstverantwortung“, „Selbstfürsorge“ sowie das kleine magische Wörtchen „NEIN“! Meine Lieblingsgeschichte dazu ist derzeit die Schale der Liebe vonBernhard von Clairvaux (1090 - 1153), der schon damals sehr weise erkannte, dass von nix nix kommt. Wenn in mir Leere herrscht, kann ich nicht geben. Logischerweise muss und darf ich also darauf achten, dass mein Energietank/Kräftetank gefüllt ist, damit ich weiterhin auch für andere da sein kann. Und das geht wie?

 

1. Selbstverantwortung

2. Selbstfürsorge

3. Nein

 

1. Selbstverantwortung

Der erste Tipp ist eventuell der schwierigste: Verantwortung übernehmen. Für sich und seine Bedürfnisse. Für sich und seinen Kräftehaushalt. Für sich und sein Wohlbefinden. Egal was im Leben spielt, wir werden erst dann etwas bewegen, wenn wir die Optionen für unser eigenes Handeln erkennen und ergreifen. „Aber die anderen hier, aber die anderen dort“ - das lenkt die Verantwortung von uns weg und kann für den ersten Moment sogar erleichternd sein. Nicht noch etwas, für das wir verantwortlich sind. Es hilft allerdings nur sehr kurzfristig, und letztendlich eben gar nicht. Versuche in allen Deinen Situationen auf das zu schauen, was Du selbst verändern kannst, damit es Dir besser geht und damit Du bekommst, was Dein Körper und Deine Seele brauchen.

 

 

2. Selbstfürsorge

In der Regel wissen wir sehr genau, was wir tun müssen, um anderen gegenüber fürsorglich zu sein. Hier ein bisschen helfen und dort mal schnell noch was vorbereiten usw. Wikipedia erklärt, dass Fürsorge aus der Ethik der Barmherzigkeit entspringt. Barmherzig sein uns gegenüber. Nicht weiter antreiben, wenn die Zunge schon aus dem Rachen hängt. Nicht so viel verlangen wie ein Sklaventreiber. Barmherzig sein. Fürsorglich. Ich kann Dir aus eigener Erfahrung verraten, dass dazu jahrelanges Üben gehört. Selbstfürsorge üben. Üben macht dann auch den Meister. Wie wäre es mal einen Monat Buch zu führen, über alle Situationen, in denen Du selbstfürsorglich warst?! Das spornt an!

 

3. Nein 

Was wir im Alter von ca. 3 Jahren so hervorragend konnten, verlernen wir mit den Jahren um so mehr. NEIN! Nein ist, wie es so schön heißt, sozial unerwünscht. Und weil wir ach so gerne uns nicht unbeliebt machen wollen, bleiben wir auch brav bei „JA“. Aber jedes „unehrliche“ Ja ist ein unbarmherziges „NEIN“ zu uns selbst. Wie wäre es, wenn wir uns im „JA“-sagen üben zu unseren eigenen Bedürfnissen? Und „NEIN“ auf alle Anfragen, die wir nicht von Herzen gerne machen und mit eigenen Blessuren bitter bezahlen. Wir können unmöglich allen Erwartungen unserer Mitmenschen gerecht werden. Aber wir können um so mehr tatkräftig mit anpacken, wenn wir vorher unseren eigenen Tank genug gefüllt haben.

 

 

Help! – Hörst du den Schrei von Deiner eigenen Seele und Körper? Wenn nicht, dann nimm Dir mal bei einer Tasse Kaffee oder Tee etwas Zeit und höre in Dich hinein. Was brauchst Du gerade? Was tut Dir gut? Welche Kleinigkeit würde Dir jetzt gut tun? Es sind so oft die kleinen Dinge, die dann aber große Wirkung haben. Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft – auch zu sich selbst! Beschenke Dich heute mal mit Wohlwollen und Barmherzigkeit. 

März 2018

pixabay, geralt

Burnout – was ist das eigentlich genau?

 

Soviel schon mal vorab: Burnout ist keine Krankheit, keine Diagnose im ärztlichen Sinne. Es ist ein Konstrukt, das versucht, ganz individuell unterschiedlich erlebte Symptome fassbar zu machen. Es gibt inzwischen mehr als genug Literatur und Webseiten, die dieses Thema – mal mehr, mal weniger professionell – aufnehmen. Deswegen ist es auch in meinem Blog eigentlich nicht notwendig, nochmals zu informieren. Dies hier ist also keine umfassende Darstellung des Konstrukts. Vielmehr möchte ich meine – derzeitige – Auffassung dieses Themas aufzeigen. Derzeitig, weil immer wieder neue wissenschaftliche Forschungen und deren Ergebnisse mit in meine bisherige Vorstellung und Auffassung eingebunden werden müssen.

Nun aber zu den drei Fragen:

       1.     Was ist das eigentlich - Burnout?

       2.     Wie erkenne ich einen Burnout?

       3.     Was tun bei einem Burnout?

 

1. Was ist das eigentlich - Burnout?

Für mich ist Burnout eine sehr individuelle Sache – so unterschiedlich wie wir Menschen sind, so unterschiedlich ist das, was bei einem Burnout erlebt und beobachtet wird. Deshalb wende ich mich jedem Ratsuchenden mit ganzer Neugier zu, um zu verstehen, was dieser erlebt: Müde, erschöpft, ausgebrannt, depressiv. Nicht mehr motiviert, sinnlos, überfordert. Alles zu viel. Auch das, was früher Freude machte. Erholung am Wochenende – Fehlanzeige. Erholung im Urlaub – auch nicht mehr. Alles was Energie kostet, wirkt bedrohlich. Das ist ein gefährlicher Kreislauf. Hoffnung auf Besserung – schon lange nicht mehr. Die Einsicht „alleine komm ich da nicht mehr raus“ – immer schwerer. Deshalb ist es so immens wichtig sich damit präventiv oder sehr frühzeitig auseinanderzusetzen. Und noch etwas: Ein Burnout entsteht. Er kommt nicht plötzlich. Er hat Phasen, die sich stufenweise aneinanderreihen. Eigentlich spricht man dann von Burnout, wenn körperlich und/oder emotional einen totale Erschöpfung vorliegt. Dann ist es aber auch nicht mehr mit Coaching getan. Dann muss der Arzt aufgesucht werden. Die Zeit davor, wenn die Symptome sich nach und nach mehren, das ist der richtige Moment, um in eine Beratung zu gehen. Dazu mehr unter 2.!

 

2. Wie erkenne ich einen Burnout?

Einfache Antwort: ich muss kurz anhalten, spüren wie es mir geht, wie voll oder leer mein Energietank sich anfühlt und wie lange es schon so ist, dass dieser zu leer ist. Dann muss man ehrlich zu sich selbst sein können, das ist oft das Schwierigste. Sagen wir es so: solange man sich noch eingesteht, dass etwas mit einem anders ist als früher, ist es rechtzeitig. Jeder Mensch beobachtet sich selbst hin und wieder und stellt an sich Veränderungen fest. Mein Körper, meine sozialen Kontakte, meine Konzentration, meine Emotionen – alle oder nur einige davon – zeigen Erschöpfungszeichen an? Schlafen geht immer schlechter, Verdauungsprobleme und/oder Verspannungen im Rücken? Keine Lust Freunde zu treffen, alles ist mir zu viel? Immer öfters verlege ich Dinge, bin unkonzentriert und mache Fehler, die mir sonst nicht passieren. Und meine Stimmung ist auch im Keller. Mehr grau als bunt nehme ich das Leben wahr. Freunde, der Partner und die Kollegen signalisieren mir, dass sie sich Sorgen machen? Es ist schwer hier eine einfache Antwort zu geben. Die eine Person hat eher diese Symptome, die andere eher jene. Und dann gibt es ja auch ganz andere Erklärungen, was hinter den Symptomen stecken könnte. Mangel an Spurenelementen, Vitaminmangel, Hormone etc.! Deshalb ist mein Rat immer: geh zum Arzt und schildere ihm, was Du an Dir wahrnimmst. Dann kann auf der körperlichen Ebene der Fachmann sich darum kümmern.

 

3. Was tun bei einem Burnout?

Wie gesagt, es kommt auf das Stadium an, in dem man sich befindet. Ganz früh kann man sicher selbst gegensteuern. Langsamer machen. Achtsamer sein, mit sich und seinen Bedürfnissen. Reize reduzieren, „off the grid“-Zeiten einhalten. Bewegung, frische Luft, gesundes Essen und genügend Schlaf. Banal? Ja! Ist das nicht eine gute Nachricht? Aber was ist, wenn es so einfach dann doch nicht mehr ist? Mein Rat, wie auch schon oben erwähnt: der Gang zum (guten) Hausarzt. Er klärt ab, woher die empfundenen „Erschöpfungssymptome“ kommen. Ist das Körperliche abgeklärt, dann ist die Frage, wie weit die Psyche schon leidet. Braucht es auch hier schon einen „Fachmann/frau“? Oder reicht es, wenn ich mit einem „Fachcoach“ mein Leben in ein neues „Fahrwasser“ bringe? Im Coaching wird vom Grundgedanken her mit gesunden Menschen gearbeitet. Gearbeitet! Bin ich mental und emotional noch so fit, dass ich gut meine Situation reflektieren kann, Motivation aufbringen kann mir neue Ziel zu stecken, kleine Schritte zu planen um diese zu erreichen? Dann ist ein Coaching eine gute Sache. Innerhalb kurzer Zeit fühlt sich das Leben wieder anders an. In meinen Erstgesprächen kann genau das geklärt werden. 

 

Was bleibt nun zum Abschluss zu sagen?

Burnout ist keine Modekrankheit – es ist ernst.

Es ist rechtzeitig wahrzunehmen.

Es ist umkehrbar.

Es gibt Hilfe und Anlaufstellen.

und:

Es ist eine Lebenserfahrung, die man nicht unbedingt gemacht haben muss.

Hat man sie aber gemacht, weiß man um so mehr das Leben mit all seinen kleinen Kostbarkeiten dankbarer zu erleben. 


Februar 2018

Pixabay: juan di nella

Zwischenzeiten – der Weg zu unseren Zielen

 

Stell Dir einmal vor, Du möchtest in Urlaub fahren. Du packst Deine Koffer, tankst das Auto voll und steigst ein. Das Navi ist programmiert und los kann’s gehen. Die Toskana liegt vor Dir! Naja, nicht direkt – da wären noch die Kleinigkeit von 1000 km zu überwinden. Nun gibt es zwei Möglichkeiten: entweder wird die Reise dorthin zur absoluten Tortur, oder es wird ein unvergessliches Erlebnis und Abenteuer!

So ähnlich ist es ja auch, wenn wir, wie am Jahresanfang so oft geschehen, unsere Ziele gesteckt haben und nun darauf zusteuern. Auch hier kann es zur Tortur werden oder ein einzigartiges Abenteuer! Wie immer drei einfache Tipps, die Ihnen auf Ihrer Reise zu Ihren Zielen dabei helfen sollen, entspannt zu bleiben.

 

       1.     Pausen – Ruhe und Sightseeing

       2.     Proviant – Ressourcen nicht vergessen

       3.     Unterhaltung

 

1. Pausen: Ruhe und Sightseeing

Unser menschliches Gehirn ist eine wahre Wundermaschine. Unglaublich viele Informationen werden jede Sekunde verarbeitet. Das erzeugt „Datenmüll“ und kostet Kraft und Energie. Ebenfalls sehr anstrengend sind monotone Arbeiten! Da hilft nur eins: regelmäßig Pausen einlegen. Nach ca. 90 Minuten (das schwankt individuell um 5-10 min) lässt die Konzentration nach und wir benötigen eine kurze Pause. Einmal strecken, Kaffee nachholen, kurz ans Fenster und einen Blick nach draußen nehmen, etc.! Alle 4 Stunden brauchen wir, um effektiv arbeiten zu können, eine längere Pause. Ein kleiner Spaziergang, ein kleines Nap, ein leichter Imbiss, ... 30 Minuten, die nur Dir gehören sollten. Natürlich darf dabei auch mal etwas ganz anderes gemacht werden. Bilder auf dem Handy sortieren, nach einen schönen Urlaubsziel googeln, ein Hörbuch anhören, - wichtig ist, dass wir unser Gehirn einmal so richtig entlasten. Und dann kann’s auch wieder erfrischt weitergehen.

 

2. Proviant – Ressourcen nicht vergessen

Also da ist es ja auch klar – Ressourcen sind eine ganz individuelle Sache. Jeder hat da unterschiedliche Bedürfnisse und Möglichkeiten. Habe ich gut vorgesorgt oder gut geplant? Wenn meine Brote und mein Wasser zu Ende sind, muss ich an die Raststätte und auffüllen. Ich muss das nur im Blick behalten und wissen, wie lange es reicht und wo ich Nachschub herbekomme. Wo sind meine Raststätten im Alltag? Bei welche Menschen oder Gelegenheiten kann ich „auftanken“? Was tut mir gerade gut – was brauche ich jetzt? Einfach nur Ruhe oder lieber ein anregendes Gespräch? Welche Kompetenzen setzte ich wann ein – oder spare ich mir lieber auf? Es ist Erfahrungssache und auch eine Frage der Achtsamkeit, wie ich meine Ressourcen im Blick habe.

 

3. Unterhaltung

Was hält meine Laune während der Fahrt aufrecht? Gute Gespräche, ein Hörbuch, gute Musik oder selbst ein Lied pfeifen? Die Landschaft genießen, schöne Autos bestaunen oder einfach nur so seinen Gedanken nachhängen? Je nach Fahrtstrecke ist da vieles denkbar. Wie gestalte ich meine Umgebung, so dass ich mich wohlfühle? Wie viel Einfluss habe ich darauf? Oft mehr als mir auf den ersten Blick klar ist. Man kann immer eine Kleinigkeit tun, um sich wohl zu fühlen. Oft werden aber genau diese Kleinigkeiten missachtet. Schade! Überlege doch mal in Deiner nächsten Pause, welche Kleinigkeit Du an Deinem Arbeitsplatz verändern könntest, damit Du dich um 1% wohler fühlst! Also – ich habe mir heute für mein Büro einen hochwertigen Raumduft bestellt – da freue ich mich nun darauf!

 

Ziele zu setzen ist unabdingbar, wenn man fokussiert und erfolgreich leben möchte. Um dort aber auch anzukommen braucht es einen klaren Plan – und eben auch einen unterstützenden Prozess und ein motivierendes Umfeld. Mit was möchtest Du anfangen, damit Dein Weg zum Ziel entspannt ist? Pausen einplanen? Ressourcen tanken? Oder das Umfeld gestalten – egal was es ist, mach einen kleinen Schritt! 


Januar 2018

Pixabay: Silviarita

Salutogenese – oder wie funktioniert gesund bleiben trotz Stress?

Also mal ehrlich, die meisten von uns wissen sehr gut, wie man es schafft krank zu werden. Hände nicht waschen, zu wenig Vitamine essen, mit nassen Haaren in die Kälte laufen usw.! Aber wer kennt die Faktoren und Mechanismen, die für die Gesundheit so wertvoll sind?

Ich will es heute an einem Modell erklären, das in den 1980ern von A. Antonovsky entwickelt wurde. Es wird heute also ein wenig wissenschaftlicher. Aber keine Sorge, Wissenschaft kann sehr praktisch sein! Und ich werde mich kurz fassen.

Laut diesem Modell ist Gesundheit kein Zustand, sondern viel mehr ein Prozess. Im Alltag begegnen uns ständig Faktoren z.B. Stress, die uns vom gesunden Zustand entfernen. Dagegen ist der Mensch aber nicht machtlos. Unterschiedliche Ressourcen helfen ihm, gesund zu bleiben oder zu werden. Das sieht bei jedem Menschen sehr individuell aus.

Diese Ressourcen liegen sowohl in jedem Menschen  als auch in seinem Umfeld. Ein wertschätzendes, unterstützendes Umfeld ist kein Garant für Gesundheit, aber allemal eine große Ressource im Prozess Richtung Gesundheit. Das kann z.B. neben der Familie und dem Partner auch ein Coach sein.

Im Menschen liegen all die Dinge wie Veranlagung, Persönlichkeit, Konstitution usw.! Außerdem, und das ist das Kernstück des Modells, liegt es stark an der Qualität des Kohärenzsinns. Das ist ein Konstrukt, dass das Tiefe Bedürfnis des Menschen nach Stimmigkeit, Zugehörigkeit und Vertrauen, beschreibt. Es gliedert sich genauer gesagt in:

       1.     Verstehbarkeit

       2.     Bewältigbarkeit

       3.     Sinnhaftigkeit

Was hat es damit auf sich? Und inwiefern ist das wie oben angekündigt „praktisch“? In meinen Coachings arbeite ich entlang diesen Begriffen, direkt oder auch indirekt. Wie sieht das aus?

       1.     Verstehbarkeit: In den Gesprächen unterstütze ich meine Klienten darin Ihr Leben und spezifisch Ihre Situation zu verstehen. Wer versteht, welche Faktoren es sind, die das Leben zur Zeit so schwierig oder schwer machen bekommt ein tiefes Verständnis von Ursachen und Auswirkungen. Es nimmt die Angst und die Unsicherheit bezüglich der Auswirkungen, die beobachtet werden. Und es eröffnet entlang der Ursachen die Möglichkeit, Lösungen zu finden. Kleine Schritte zu planen und aktiv in die Situation einzugreifen.

       2.     Bewältigbarkeit: Habe ich verstanden, was mein Leben so schwer macht, und habe ich auch gesehen, welche nächsten Schritte es braucht, um eine Verbesserung zu erzielen, so muss auch klar sein, aus welchen Ressourcen heraus das gelingen kann. Menschen, die zwar einen Weg sehen, aber die Bewältigbarkeit nicht klar haben, sind nicht wirklich einen Schritt weiter! Es muss klar sein, wer/ was und wie ich Unterstützung für die Umsetzung bekommen kann. Klar sein, dass man nicht alles immer alleine schaffen kann und auch nicht muss! Viele unterschiedliche Menschen und Fähigkeiten können mit einbezogen werden, um den „Fortschritt“ zu realisieren.

       3.     Sinnhaftigkeit: Angenommen alles ist bis hierher klar, dann bleibt die Frage: Wozu das alles? Wozu diese Anstrengungen, wozu dieser Kraftakt, wozu dieses Wagnis? Zu was führt das, wem nützt das, für was ist das gut? Dazu muss zuerst die Frage geklärt sein: Was ist im Leben wirklich wichtig, was zählt wirklich? Meine Prioritäten! Und dann der Abgleich: bringen  mich diese Anstrengungen den wirklich wichtigen Dingen meines Lebens näher? Das was mir wichtig ist, profitiert das von dem Erfolg meiner Anstrengungen? Ist es Nachhaltig? Oder kann ich damit einen Unterschied machen? Bringt es mich an den Platz im Leben, an dem ich gerne sein möchte und wo ich in meinem Element bin?

 

Zugegeben, das sind komplexe Fragen. Aber alles in allem eine einfache Vorgehensweise. Überschaubar. Strukturiert.

Vielleich ist genau der Januar der richtige Monat um sich einen Überblick zu verschaffen, was in meinem Leben Kraft nimmt – und was Kraft gibt! Wer oder was ist denn alles so anstrengend, dass mir das Lächeln so schwer fällt? Und was bringt mich zum Lachen? Mein Tipp: nimm den Rotstift und streiche 3 Dinge von der Liste, die so anstrengend ist, am besten erst mal kleine unbedeutende. Und dann nimm Dir 3 Dinge vor in der kommenden Woche, dass Dich zum Lachen bringen wird. Du wirst sehen, nach und nach kommt die Kraft zurück und Du kannst immer mehr Schritte machen, um Dein Leben so zu gestalten, wie es Du Dir wünschst. Viel Erfolg dazu!

 

·       Literatur: Aaron Antonovsky: Salutogenese. Zur Entmystifizierung der Gesundheit. Deutsche Herausgabe von Alexa Franke. dgvt-Verlag, Tübingen 1997, ISBN 978-3-87159-136-5.


Dezember 2017

Pixabay:  Jill Wellington

Resilienztraining im Advent


 

Überall duftet es schon wieder nach Lebkuchen, die Buden der Weihnachtsmärkte werden aufgebaut. Es ist nicht zu übersehen, dass es – hohoho – mit Riesenschritten auf Weihnachten zu geht. Ruhe und Besinnlichkeit vs. Hektik und Geschenkestress. Damit Sie sich selbst nicht aus dem Blick verlieren, heute (außergewöhnliche) 7 Tipps, wie Sie Resilienztraining und Advent geschickt verbinden können. Diese 7 Faktoren sind eigentlich eine ernste Sache, wissenschaftlich erforscht und vielfach in der Literatur erwähnt. Ich mache sie für Sie heute ein wenig „adventgängiger“!

 

1.   Akzeptanz

Was vorbei ist, ist vorbei! Das kann man schlecht ändern. Sie haben sich an der langsamsten Schlange am Glühweinstand angestellt – üben Sie sich in Akzeptanz! Es ist wie es ist – so haben Sie mehr Zeit für die Vorfreude auf das leckere Getränk.

 

2.   Optimismus

Optimismus ist die Hoffnung, die fest daran glaubt, dass Dinge/Menschen sich entwickeln können. Sie sind schon wieder bei den gebrannten Mandeln schwach geworden, - kein Thema! Stellen Sie sich einfach vor, wie Sie das nächste mal konsequent „Nein“ sagen,- dann klappt’s auch mit den Vorsätzen.

 

3.   Selbstwirksamkeit

Manchmal hat man das Gefühl, nichts wirklich hinzubekommen oder erreicht zu haben. Dagegen helfen schon die kleinsten guten Erfahrungen, die man mit sich macht: eine kleine Weihnachtsbäckerei! Für Anfänger gibt es fertige Backmischungen oder Teig im Kühlregal, die Profis holen sich die neuesten Trendrezepte aus dem Internet.

 

4.   Eigenverantwortung

An allem sind immer die anderen schuld. Kann man so denken, ist dann halt wenig wirksam. Das Wetter ist schuld, dass ich nicht laufen gehe, der leckere Brötchenteller ist schuld, das schnulzige Fernsehprogramm ist schuld, der Nikolaus ist schuld. HA! Ertappt, - das letzte war auf alle Fälle eine Ausrede. Los geht’s, Schuhe an.

 

5.   Netzwerkorientierung

Oh, das gute Netzwerk! Ja, das wird in der Adventszeit sowieso oft überstrapaziert. Aber wie wäre es, guten Bekannten und Freunden mal eine echte Weihnachtskarte zu schicken? Kaufen Sie 24 Karten und schreiben Sie nur einen liebevollen Satz auf die Karte. Nun stecken Sie jeden Tag eine Karte in den Briefkasten, - außer am 22.! Da kommt der ganze Rest - hohoho - auf den Weg!

 

6.   Lösungsorientierung

Das Problem ist, dass das Problem sich nicht von alleine auflöst, dazu braucht es einen Zauberspruch. Soll ich Ihnen den Zauberspruch verraten?  Na gut, weil es ja bald Weihnachten wird! Der Zauberspruch geht so: 3-2-1-, die Lösung ist gleich meins, schnick schnack schneck, das Problem das ist gleich weg. So, und nun einfach nicht mehr über das Problem nachdenken, sondern nur noch kreativ über Lösungsmöglichkeiten brüten. Am besten passt dazu ein wenig Gebäck, eine Tasse Tee oder Glühwein. Eine!!

 

7.   Zukunftsorientierung

Alle Jahre wieder?! Genau! Wie wäre es, dieses Jahr schon an nächstes Weihnachten mit zu denken. Wir fangen endlich mal eine Liste an, auf der wir festhalten, wer welche Post, Geschenke oder Anrufe bekommen hat, und vor allem ganz wichtig, wer uns geschrieben, beschenkt oder angerufen hat! - das Adventsdeko zu teuer? Kein Thema! Zwischen den Jahren wird es zum Schnäppchenpreis angeboten, so kann man mit bestem Gewissen shoppen und vorsorgen in einem.

 

 

November 2017

Bild: pixabay, Felix Heidrich

Grauzone

 

Im November gibt es viel Grau! Graue Wolken, graue Mäntel, graue Schirme, graue Gesichter!

Alles scheint um einen herum überwiegend grau zu sein. Sogar die Gedanken sind grau. Wenig inspirierendes, wenig fröhliches, wenig erhellendes! Unsere grauen Zellen haben nur wenig, was Abwechslung verspricht. Und zum Ende des Jahres gibt es auch noch so viel zu tun! Wie kann man da kreative Momente haben, wie sich beschwingt jeden Tag an die anstehenden Aufgaben machen? In einer Predigt habe ich mal davon gehört, was unser Herz runterziehen kann, - Novembergrau gehört sicher auch dazu! Aber wie dem entkommen? Drei kleine Vorschläge will ich hier machen:

 

      1.     Binde einen bunten Faden um Dein Handgelenk

      2.     Kaufe eine Tüte Gummibärchen

      3.     Bebunte Deine Umgebung

 

      1.     Binde doch mal tagsüber einen bunten Faden um Dein Handgelenk, und so oft als möglich  wenn Du ihn berührst oder darauf schaust, schließe die Augen und stell dir eine warme, wohltuende oder eine kühle erfrischende Farbe vor. Selbst wenn wir die Farben uns nur vorstellen gibt dies doch einen Impuls an unser Gehirn ab. Das kurze Unterbrechen von Tätigkeiten kann eine Hilfe sein, um effektiver weiter zu arbeiten.

 

      2.     Kaufe doch mal eine Tüte Gummibärchen und sortiere sie nach Farben. Stelle Deine Tagesration in einem kleinen, leeren Kosmetikdöschen bereit auf Deinen Schreibtisch. Jedesmal wenn Du Dich für einen kleinen „Next Step“ oder ein abgehaktes „To do“ aus deiner Liste belohnen willst, nimm ein Gummibärchen Deiner Tagesfarbe und genieße es! Wahrscheinlich wird Dich diese Aktion jedesmal ein wenig zum Schmunzeln bringen – das wäre doch schon mal was. Und: sicher wird das Spiel bald langweilig und du kreierst eigen kleine motivationsspiele mit Deinen Gummibärchen!

 

      3.     Bebunte Deine Umgebung ganz gezielt! Kaufe Dir ab und an einen völlig bunten Blumenstrauß oder lasse Dir einen schenken!? Vielleicht bestellst Du neue Gardinen oder nimmst ganz gezielt nur bunte Tischdecken? Gehe mit offenen Augen durch die Läden und sammle buntes, das du zu Hause aufstellst?! Ziehe nur bunte Kleider an, nimm einen bunten Schal oder den bunten Regenschirm?! Bunte Rezepte! Gib in Internetsuchportalen „bunt“ ein und lass dich inspirieren! „Pin-Face-Insta“ helfen da immer wunderbar!

 

Grau ist schick – na gut – aber nicht, wenn es in unseren Köpfen und Herzen ist. Such Dir doch einen Tipp aus, den Du eine Woche mal ausprobieren magst und spüre nach, ob es Dein Herz und Deine Gedanken ein wenig nach oben gezogen hat. Und wenn es Dir tatsächlich ein wenig bunter ums Herz ist, versuch’ doch auch andere damit anzustecken. Auf ganz kreative, persönliche Weise. Am besten nur mit Kleinigkeiten. Das macht dann zwei Herzen froh und warm.

Ich wünsche Dir einen kunterbunten November!


Oktober 2017

Bild: Pixabay, Rebekka D.

Stürmische Zeiten

Draußen fliegen die Blätter wild umher, die Bäume biegen sich weit nach links und rechts. Es sind wieder mal diese stürmische Zeiten. Es ist Herbst. Immer klappert irgend etwas, der Wind haut die eine oder andere Türe zu. Nichts scheint in Ruhe zu sein, alles in Bewegung! So ähnlich sieht es auch manchmal in meinem Kopf aus – stürmische Zeiten eben. Den Herbst kann man mit einer dicken Jacke umarmen, - aber die Stürme im Kopf? Ein Gedanke jagt den anderen, und kaum setzt man sich mal in Ruhe hin, dann geht der Gedankensturm los! Machtlos? Aber nein! Hier kommen für’s erste drei Tipps, wie man den Sturm im Kopf zähmen kann:

      1. Achtsamkeit üben

      2. Ortswechsel

      3.  Genießen

 

1.  Achtsamkeit üben, das heißt: ich nehme wahr was ist ohne zu bewerten. Ich nehme wahr den Wind draußen, ich lausche den feinsten Tönen nach. Ich nehme wahr, ob es kalt oder warm ist, wie meine Hände aussehen. Ich nehme wahr wie ich sitze, meine Füße den Boden berühren und mein Körper vom Stuhl getragen ist. Wahrnehmen die Farben in meinem Zimmer – rot-blau-grün. Bin ich müde oder durstig? Achtsamkeit lässt einen lernen fokussiert zu sein. Die Gedanken und die Aufmerksamkeit zu steuern. Herr über die eigenen Synapsen zu sein. Gutes Gefühl! Das klappt nicht beim ersten Mal, - wie beim Fahrrad fahren braucht es ein wenig Übung, und dann fällt es immer leichter und wird zum wohltuenden Erlebnis.

 

2.  Der Ortswechsel, - einfach mal aufstehen und den Gedanken davon laufen. Und wenn es nur ein paar Schritte sind. Einmal die Treppe rauf und runter, oder vom Schreibtisch zum Fenster und zurück. Bewegung ist gut für’s Gehirn, auch wenn’s nur wenige Schritte sind. Neurophysiologisch hängen Denken und Bewegung eng zusammen. Bewegung fördert das kreative Denken und hilft Gedächtnisinhalte besser zu verarbeiten. Das ist wie aufräumen. Das, was in unserem Kopf so unkoordiniert umhergeistert, bekommt dann wieder seinen Platz und der Kopf ist frei, für die nächsten Aufgaben, die anstehen.

 

3.  Genießen! Das gilt es oft erst mal wieder bewusst zu üben. Konsumieren ja, genießen Fragezeichen! Die Teezeremonie Japans dient ganz bewusst der „inneren Einkehr“  - sich ganz auf den Geruch und Geschmack des Tees zu konzentrieren.  Ich verrate hier kein Geheimnis, dass das auch mit einer schönen Tasse Kaffee funktioniert. Wann haben Sie das letzte Mal sich einen Kaffee in Ruhe zubereitet, und den ersten, zweiten Schluck ganz bewusst genossen? Wann haben Sie das letzte Mal sich Ihr Lieblingslied angehört und es einfach in voller Länge genossen? Wann eine Badewanne eingelassen und die Entspannung genossen?

 

Stürmische Zeiten gibt es immer wieder, das ist normal und das gehört dazu!

Gut zu wissen, dass man diesen Zeiten nicht machtlos gegenüber steht. Mit ein wenig Übung schafft man es,  dass man wieder Herr seiner Gehirnwindungen wird. Achtsames Wahrnehmen von all dem, was uns umgibt und was wir spüren verhilft uns wieder den Fokus zu setzen auf unsere Aufgaben. Bewegung ordnet unser Gehirn und das Genusserlebnis schüttet nicht nur Glückshormone aus, sondern gibt uns das gute Gefühl, zu unserm Glück der eigene Schmid zu sein.


September 2017

Bildquelle: pixabay/ Felix Mittermeier

Mach mal Pause

 

Halb zehn in Deutschland und Ruhe und Kraft tanken, lila Pausen oder einfach mal Pause machen – unsere Werbungsindustrie hat’s verstanden! Sie wissen genau wie sie uns zum Kauf motivieren – mit dem was wir uns oft so sehr wünschen! Pausen! Darüber, wie man Pausen richtig macht, kann man ja durchaus unterschiedlicher Meinung sein, aber dass wir uns alle danach sehnen, hin und wieder mal einfach kurz inne zu halten, zur Ruhe zu kommen und den zu Moment genießen, das ist uns allen klar! Das tut gut, das wissen wir!

Aber wie? Wie, wenn um uns herum der Film nicht stehen bleibt, sondern das Chaos sich weiter dreht? Wenn so vieles drängend auf dem Schreibtisch liegt oder ständig jemand etwas von einem möchte? Ich habe hier mal 3 von unbegrenzt vielen Möglichkeiten aufgezählt, mit denen Sie ab und an einmal die Uhr anhalten können.

       1.     Genussmomente schaffen

       2.     Tief durchatmen

       3.     Glücksgefühle auftanken

 

1. Genussmomente 

Immer mal wieder zwischendurch trinken oder essen wir etwas. Tun Sie dieses einmal ganz bewusst – nur für einen kurzen Moment. Nichts anderes denken oder tun. Einfach nur schmecken. Den Kaffee, den Tee oder das kleine Stückchen Schokolade. Achtsam sein kann man das auch nennen. Achtsam sein und mit einem kleinen Stückchen Glück auftanken. Nichts anderes ist genießen. Ganz bewusst die Tasse an den Mund nehmen, die Wärme, der Duft!! Sich daran freuen und ganz im Hier und Jetzt sein. Das tut uns gut und entlastet unser gestresstes Gehirn, das so oft am Tag vieles gleichzeitig zu bearbeiten hat. Und hinterher? - klappt alles gleich viel besser, weil Denken wieder leichter funktioniert.

 

2. Tief durchatmen

„Jetzt erst mal tief durchatmen“ – das haben wir doch schon öfters mal zu uns selbst gesagt. Nachdem etwas sehr stressig oder aufregend war, erst mal tief Luft holen! Warum? Weil es zum einen unserem Körper die Rückmeldung gibt, dass die Gefahr vorüber ist und keine weiteren Stresshormone notwendig sind, um unsere Leistungsfähigkeit zu erhöhen. Und zum anderen gibt es wieder richtig viel Sauerstoff in die Lungen und versorgt unser Gehirn wieder mit reichlich „Stoff“ zum Denken. Wenn wir so unser Denken unterstützen, finden wir schneller bessere Lösungen und kommen gelassener durch den Alltag. Und das wünscht sich doch jeder von uns!

 

3. Glückgefühle auftanken

Es ist ganz einfach, sich seine Glückshormone selbst zu basteln. Es bedarf nur weniger Zutaten: ein Smartphone oder ein Laptop, wahlweise tut es natürlich auch ein Bilderalbum.

Legen sie sich doch mal ein extra Album an, mit jeweils wirklich nur max. 4 Bildern. Diese können sie ja hin und wieder austauschen. Oder installieren Sie als Bildschirmschoner eines Ihrer Lieblingsurlaubsbilder. Und nun einfach: Augen auf und den Gefühlen ihren Lauf lassen. Denken Sie für eine Minute nur noch an jene Situation, und wie schön es war, wie Sie sich wohl gefühlt haben und wie glücklich Sie waren. Spüren Sie den Flash? Wir können uns zum Glück an Gefühle erinnern – viel zu oft erinnern wir uns freiwillig an negative Gefühle. Ich lade Sie ein es einmal anders zu machen: erinnern Sie sich absichtlich an das, was Sie glücklich gemacht hat, an Situationen der Entspannung und der Ruhe. Und schon haben Sie Ihre kleine Oase geschaffen – inmitten des Alltags und der Arbeit!

 

Sie sehen – froh zu sein bedarf es wenig, und wer froh ist, der ist König. Entdecken Sie doch den König/die Königin in sich! Das klappt übrigens nicht nur um halb zehn in Deutschland, das klappt international rund um die Uhr! Lila, rosa, grün oder blau – Hauptsache Sie denken regelmäßig daran: Mach mal Pause!

  


August 2017

Bildquelle pixabay/ Gerhard Bögner

Change  -   Veränderungen

„Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen.“

Chinesisches Sprichwort

 

Hat bei Ihnen auch schon mal „der Wind der Veränderung“ geweht? 

Habe Sie es selbst veranlasst oder kam es von außen?

Haben Sie sich darüber gefreut oder war es nur wieder lästig?

 

Zugegeben – ich bin auch kein großer Freund von Veränderungen, schon gleich gar nicht, wenn ich sie nicht selbst veranlasst habe. Veränderungen sind immer mit Energieverluste verbunden und lassen einen nicht selten unsicher und ratlos dastehen.

Auch wenn „Change“ inzwischen für positive Entwicklungen steht, reagieren wir oft verhalten, wenn es an unsere Tür klopft. Wir wissen, dass es Kraft kosten wird und manch Liebgewonnenes plötzlich nicht mehr uns begleiten wird. Aus meiner Sicht gibt es einfache Strategien, wie wir mit Veränderungen ganz gut leben können, wie wir dabei Kraft sparen können und wie wir sogar Spaß an Veränderungen finden können. Hier drei davon:

 

1.     Fokus: Veränderungen, die Vorteile bringen/ brachten

2.     Auf der Welle: Energieaufwand minimal halten

3.     Proaktiv leben: Veränderungen initiieren

 

1. Fokus:

Das berühmte Glas, das halb voll ist, kennen Sie! Aber haben Sie sich auch schon mal klar gemacht, dass es Veränderungen in Ihrem Leben gibt und gab, die ganz wunderbar waren oder sind?! Ist es nicht wunderbar, dass sich unsere Jahreszeiten immer wieder verändern. Oder, dass wir nicht mehr alles zu Fuß oder mit dem Fahrrad machen müssen, sondern Autofahrer geworden sind? Von der langen Nacht endlich zum neuen Tag? Vom Single zum Partner, Eltern werden! Von der Ausbildung zum ersten Job, vom Studium zur ersten Stelle! Das alles sind nur eine kleine Auswahl von vielen vielen Veränderungen die wir gerne erleben. Lenken Sie doch einmal eine Woche lang Ihren Fokus auf Veränderungen, die Sie lieben, und genießen sie es!

 

2. Auf der Welle:

Eine Veränderung kommt manchmal schon lange sichtbar auf uns zugerollt. Sie baut sich immer höher vor uns auf und scheint zunehmend schwierig zu werden. Steigen Sie doch in Zukunft rechtzeitig ein, lassen sie sich von Anfang an darauf ein und versuchen sie so früh als möglich aktiv mitzugehen! Oft kostet es am meisten Kraft, wenn man sich gegen etwas sträubt oder auflehnt. Wie der Surfer, der den richtigen Zeitpunkt erwischt und mit der Welle sich tragen lässt, können auch Sie frühzeitig einsteigen und Kraft sparen. Das ist nicht ohne Kraft möglich, aber mit sehr viel weniger als sich von der Welle überrollen zu lassen.

 

 

3. Proaktiv leben:

Übung macht den Meister. Wie wahr. Versuchen Sie so oft wie möglich aus sich heraus Veränderungen  zu initiieren, das stärkt Ihr Selbstvertrauen, bei anderen Veränderungen auch zu bestehen. Kaufen Sie doch mal in einem anderen Supermarkt ein, verbringen Sie mal Ihre Mittagspause auf eine ungewohnte Art, ist es Zeit mal die Wohnung oder ein Zimmer umzustellen? Eine neue Sportart auszuprobieren? Tun Sie es. So wohltuend Altbewährtes sein kann, so erfrischend können auch Veränderungen und Neues sein. Kleine bewältigbare Veränderungen trainieren bringt Abwechslung und Inspiration ins Leben.

 

Change now – ich wünsche Ihnen, dass diese kleine Anleitung Sie ermutigt, nächste Woche kleine Veränderungen einzuplanen. Viel Spaß dabei!


Juli 2017

Bildquelle: pixabay/Catkin

Mehr Auszeit wagen!

Was gibt es schöneres als die Vorfreude auf einen wohlverdienten Urlaub? Sich hin und wieder vorzustellen, ganz ruhig und gelassen im Sessel zu sitzen und einfach nur so blaue Löcher in den Himmel zu starren. Oder wie man nach einer anstrengenden Wanderung an einer Stelle angekommen ist, die die perfekte Aussicht bietet und den idealen Ort für ein leckeres Picknick? Ach, - ich könnte noch viel aufzählen. Aber die harte Realität ist: ich sitze am Schreibtisch an meinem Laptop und möchte noch vor dem Urlaub so Einiges wegschaffen. Kennen Sie das? Gerade vor dem Urlaub möchte man nochmals besonders viel zu Stande bringen, fast so, als wolle man sich den Urlaub verdienen. Aber das ist so, als würde ich auf der Autobahnausfahrt nochmal Vollgas geben. Das haut einen erst recht aus der Kurve.

Ich überlege mir, ob es nicht eine schlauere Alternative dazu gibt, die beides schafft: Dinge noch so zu erledigen, dass sie auch mal 2 Wochen ohne mich auskommen und auf der anderen Seite einen weichen Übergang schaffen zwischen Vollgas und Rastplatz? Drei Wege möchte ich Ihnen dazu vorstellen:

1. Überblick verschaffen

2. Disziplin und "Done-Liste"

3. Auszeit wagen

 

1.     Überblick verschaffen

Ich verschaffe mir zuerst mal einen Überblick, was denn terminlich gesehen unbedingt noch ansteht. Rechnungen schreiben und bezahlen, Steuer an Steuerberater abliefern, bei einer Veranstaltung anmelden, einen Artikel abschicken und natürlich auch schon den einen oder anderen Termin für nach dem Urlaub ausmachen. Genau genommen sind es gar nicht so sehr viele Sachen, die realistisch gesehen zwingend sein müssen. Alles andere wird „vertagt“. Das bringt schon mal einen klareren Kopf.

 

2.     Disziplin und „Done-Liste“

Der nahende Urlaub motiviert mich jedes Jahr, wirklich nochmal diszipliniert an meinen Aufgaben zu arbeiten. Das gibt ein gutes Gefühl und schwemmt so schon vorab Glückshormone in meinen Kreislauf. Noch besser als eine To-Do-Liste wirkt bei mir eine „Done-Liste“. Ich notiere fleißig, was ich alles schon erledigt habe. Je länger die Liste wird desto mehr stolz bin ich auf mich. So fällt es dann auch leichter zu Punkt 3 zu kommen.

 

3.     Auszeit wagen

Es sind doch ja oft die kleinen Momente, die das Leben so wertvoll machen. Wir alle brauchen mehr Momente, die als kleine Auszeiten unserem Alltag neue Kraft verleihen. Aber kann man sich das gönnen? Kommt man denn nicht aus dem Takt? In keinster Weise! Sich einfach mal zurücklehnen und 3 Minuten der Lieblingsmusik lauschen, ein extra Päuschen im Badezimmer, eine Tasse Kaffee bewusst genießen usw.! Jeder hat so seine kleinen magischen Momente! Wir müssen es nur wagen sie auch mal zwischendurch zu genießen!

 

Auszeit wagen, - eigentlich der Slogan einer Automarke. Egal. Mich hat es inspiriert diesen Blog zu schreiben. Und: obwohl ich heute bewusst eine extra Runde im Bad verbracht habe, bin ich schon vor meiner selbstgesteckten „Deadline“ fertig. Gut gemacht!  - oder besser: gut gewagt!

 


Juni 2017

Bildquelle pixabay/stevepb

Resilienz - das Immunsystem unserer Seele

 

Die Wissenschaft hat festgestellt..... und es ist uns allen klar: unser Körper ist ständig den unterschiedlichsten Viren und Bakterien ausgesetzt. Eine Herausforderung für unser Immunsystem. Darauf kann man in zweierlei Richtungen reagieren: man kann unaufhörlich mit Desinfektionsmittel unterwegs sein oder man kann sein Immunsystem stärken, indem man sich gesund ernährt, Vitamine zu sich nimmt, sich an der frischen Luft aufhält usw.

Mit unsere Psyche/Seele verhält es sich wenig anders. Life is live – den ganzen Tag, die ganze Woche, den ganzen Monat und das ganze Jahr, letztlich besteht das ganze Leben aus ständigen Anforderungen. Menschen sagen Worte, die uns verletzen und schwächen, Vertraute enttäuschen uns, Gewohntes ändert sich, Sicherheiten brechen weg, Grenzen tun sich auf, ....  Das alles schwächt uns und setzt uns manchmal sehr zu. Die Frage ist: was können wir dagegen setzen? Was stärkt uns innerlich so, dass unser Leben gelingt und wir uns innerlich stark fühlen, ja vielleicht sogar immer stärker?

Psychische Widerstandkraft ist trainierbar und lernbar. Das ist immer wieder auch Thema in meinen Coaching-Gesprächen. Dabei kann auf vielfältige und individuelle Weise trainiert werden. Jeder da, wo es für Ihn am dringendsten und ersichtlichsten ist.

Für heute habe ich einmal drei mögliche Ansatzpunkte ausgewählt, um daran zu zeigen, wie man sich stärken kann.

 

         1.     Selbstwert

         2.     Selbstfürsorge

         3.     Beziehungen

 

1. Der Selbstwert. Selbstwert ist der Wert, den ich mir selbst gebe. Also loben Sie sich so oft das nur möglich ist. Kurz und knapp aber ehrlich. Für alles! Auch für Dinge, die Sie für selbstverständlich halten, - Sie wollen ja trainieren und aufbauen! Und wenn niemand in der Nähe ist auch gerne laut! Das wirkt doppelt! Am Ende vom Tag, wenn Sie im Bett liegen, lassen Sie Revue passieren, was Ihnen heute alles gelungen ist, und seien Sie stolz darauf – auch auf Kleinigkeiten, wegen des Trainierens!

 

2. Die Selbstfürsorge. Fürsorglich zu sein fällt uns sehr oft leicht, - wenn es um andere geht! Nun aber sind Sie dran! Welche Bedürfnisse nehmen Sie wahr? Dazu muss man kurz innehalten und in Dialog mit sich treten. Was braucht mein Körper, damit er sich gut fühlt und weiter einsatzfähig ist? Einen Apfel, etwas zu trinken? Ein kurzes Nickerchen? Eine Dehnübung? Einen kurzen Spaziergang? Was braucht unser Kopf? Frische Luft – Fenster auf? Eine kurze Abwechslung? Einen schönen Gedanken an einen lieben Menschen oder die Vorfreude auf etwas Schönes? Was unser Herz? Schokolade (kleines Stück J)? Einen kleinen Gruß an einen lieben Menschen schreiben? Eine kleine Belohnung – eine Einheit Lieblingsmusik? Was auch immer Ihnen gut tut – machen Sie es!

 

3. Beziehungen. Beziehungen geben den Menschen Halt und Sinn. Wir sind als soziale Wesen gedacht. In „Cast away“ haucht Tom Hanks einem Volleyball Leben ein, in dem er ihn mit einem Gesicht verziert. Dieses Gegenüber ist ihm eine wichtige Stütze in der Zeit auf der Insel. Umgeben Sie sich mit Menschen, die Ihnen gut tun – so oft als möglich. Und meiden Sie so gut als möglich Menschen, die Sie unnötig Kraft kosten. Oder verabschieden Sie diese komplett. Machen Sie sich klar, - gern eine kleine Liste – wer in Ihrer Umgebung tut Ihnen gut und auf wen können Sie sich verlassen? Und dann pflegen Sie diese Kontakte. Schreiben Sie kurze Grüße via SMS/Mail oder mit einer schönen Postkarte! Eine Tasse Kaffee – ein Feierabendbier, eine Einladung. Überlegen Sie sich, wie Sie diesen Menschen gut tun können. Das ist eine Investition, die sich doppelt auszahlt. Geben macht nun mal „selig“ und so schaffen Sie ein Netzwerk, das Sie unterstützen kann, wenn Sie einmal Hilfe nötig haben.

 

Das waren nur drei Möglichkeiten von vielen, wie Sie zu innerer Stärke kommen können. Diese Tipps helfen sicher, allerdings nur, wenn sie regelmäßig angewendet werden. So ist das ja auch mit unserem Körper. Eine Zitrone pro Winter wird nicht ausreichen, um uns mit Vitaminen zu versorgen. Trainieren heißt auch, bestimmte Verhaltensweisen zur guten Gewohnheit werden zu lassen. Ein Ritual entsteht. So fällt es dann auch leichter. Ich wünsche Ihnen eine spannende Zeit mit Ihrem Training - und viel Freude an den Früchten der eigenen Resilienz!